C-Sortierung

Bei dem Begriff »C-Sortierung« kann leicht der Eindruck entstehen, es handele sich um minderwertiges Holz. Das ist nicht der Fall. Unsere C-Sortierung stammt aus der laufenden Produktion hochwertiger massiver Fußbodendielen. Das Holz ist einwandfrei technisch getrocknet und maßhaltig gehobelt, aber einzelne Merkmale, z.B. Oberflächenfehler, zu große oder angeschlagene bzw. ausgefallene Äste, Splint, Farbunterschiede, Risse etc. sind für die anderen Sortierungen nicht zulässig. Solche Merkmale betreffen aber überwiegend das Aussehen. (siehe auch: Sortierung, technisch) Versierte Handwerker können mit der C-Sortierung einen massiven Holzdielenboden zu einem besonders günstigen Preis verlegen.

Qualitäten von Hobelwaren
   
Massive Holzdielen werden in industriellen Hobelwerken für alle denkbaren Einsatzbereiche in verschiedenen Qualitäten hergestellt. Die anspruchsloseste Qualität, Rauhspund (rau(h) = sägerau und spund von gespundeter oder Nut und Feder-Fuge), waren ursprünglich ungehobelte Bretter mit Nut und Feder. Gegenwärtig werden diese Dielen ein- oder sogar beidseitig gehobelt, in Fichte/Tanne und normalerweise 19,5 x 96 mm angeboten. Für Rauhspund ist ein Feuchtegehalt von 16 - 18 % und ausgeschlagene Äste, Risse und Verfärbungen zulässig. Rauhspund wird vorwiegend für Blindböden, Industrieregalböden und Dachunterschalungen, bzw. wenn keine Ansprüche an den Holzboden gestellt werden, verwendet. Rauhspund wird gewöhnlich nicht in verschiedenen Sortierungen gehandelt.

Hobeldielen nach DIN 4072 werden grundsätzlich aus einer besseren Rohware als der Rauhspund hergestellt. Die Abmessungen sind 19,5 x 96 oder 25,5 x 111 mm, der Feuchtegehalt darf 16 - 18 % betragen. Allgemein werden diese Dielen in Fichte/Tanne und Kiefer nach den Sortierungsbestimmungen der DIN 68126, als A- oder B-Sortierung angeboten.   

Massive Nadelholz-Fußbodendielen nach DIN EN 13990 und massive Laubholzdielen nach DIN EN 13629 werden nach strengeren Maßgaben hergestellt und sortiert. Der Feuchtegehalt von diesen Massivholzdielen beträgt in der Regel 10 ±(+/-?) 2 %. Die Hersteller von empfehlenswerten Massivholzdielen haben aber auch schon vor der Herausgabe dieser Europa-Normen gemäß gewissenhafter Qualitätsvorgaben produziert. Im Allgemeinen werden Werkssortierungen angeboten, die anders als die Anforderungen der Normen abgestuft sind. Diese freien Klassen bzw. Sortierungen werden z.B. als "Select", "Natur" oder "Rustikal" bezeichnet.

Unsere C-Sortierung
Die C-Sortierung ist eine Werkssortierung (oder freie Sortierung), die aus der laufenden Produktion massiver Fußbodendielen nach DIN EN 13990 oder DIN EN 13629 stammt. Sie kann aber den Vorgaben der EN 13990 oder EN 13629 nicht durchgängig entsprechen, weil z.B. nicht ausgehobelte Stellen oder fehlerhafte Brettenden gemäß den Normen nicht zulässig sind.

Qualitätsbeschreibung:
   
Gesunder Splint: zulässig.
Äste: schwarze Punktäste, gesunde verwachsene Äste, Flügeläste, teilweise verwachsene, rindenumrandete und abgestorbene Äste, lose Äste, Fauläste und Astlöcher ohne Einschränkung hinsichtlich Größe oder Menge zulässig.
Astdübel: von gleicher Holzart zulässig.
Ausgeschlagene Stellen: bei Ästen und an anderen Stellen zulässig.
Harzgallen: ohne Einschränkung hinsichtlich Größe oder Menge zulässig.
Risse: Endrisse und Risse zulässig.
Markröhre: zulässig.
Farbunterschiede: zulässig.
Baumkante: rückseitig, wenn Nut und Feder auf 3/4 der Länge erhalten sind, zulässig.
Rindeneinwuchs: zulässig.
Wirbelwuchs: zulässig.
Faserneigung: zulässig.
Gesunder Kern: zulässig.
Schädlingsbefall: mit Ausnahme von Bläue und schwarzem Fraßgang unzulässig.
Schadhafte oder nicht rechtwinklig gefräste Nuten oder Federn und durchgehende Risse an den Brettenden sind zulässig.
Nicht ausgehobelte Stellen, geringfügig ausgerissene Faser oder ähnliche Fehler in der Oberfläche sind zulässig, wenn sie während des üblichen Abschleifens der Dielen vor der Endbehandlung leicht entfernt werden können.

Kurz gesagt sind alle Merkmale ohne Einschränkung hinsichtlich Größe oder Menge zulässig, sofern sie die Festigkeit, Haltbarkeit oder Verlegbarkeit des Holzfußbodens nicht beeinträchtigen bzw. das Abkappen von mehr als 20 % der Länge bedingen.

Unsere C-Sortierung sollte nicht mit billigen Dielen verglichen werden.
Das Holz für die Dielen unserer C-Sortierung war vor der Bearbeitung mit der Hobelmaschine auf 10 ±(+/-?) 2 % Holzfeuchte heruntergetrocknet. Diese Dielen können deswegen nicht mit einfachen Hobeldielen nach DIN 4072 oder "besonders günstigen Dielen direkt vom Sägewerk" oder Rauhspund verglichen werden. Denn Holz nimmt solange Wasser auf oder gibt es ab (trocknet), bis sich, abhängig von der Temperatur und Feuchtigkeit der Umgebungsluft, die sogenannte Gleichgewichtsfeuchte einstellt.
   
Dabei quillt es, wenn es Wasserdampf aufnimmt und schwindet, wenn es ihn abgibt. Die Volumenveränderungen durch das Schwinden und Quellen verlaufen in den drei Richtungen (längs der Achse, radial und tangential zur Achse des Baumes) des Holzes indessen sehr unterschiedlich.

Im Mittel betragen die Volumenveränderungen ca. 0,02 % längs, ca. 0,18 % radial und ca. 0,32 % tangential je 1 % anderer Holzfeuchte. Deswegen kommt es neben der Volumenverminderung oder -vergrößerung auch zu einer Verformung der Holzquerschnitte bei der Änderung der Holzfeuchte. Um ein Verziehen des Holzes und Fugen bzw. Spannungen nach der Verarbeitung bzw. Verlegung möglichst zu vermeiden, muss das Holz vor jeder Weiterverarbeitung natürlich (Freilufttrocknung) oder technisch (Kammertrocknung) getrocknet werden. Die Holzfeuchte sollte dann dem Mittelwert der Gleichgewichtsfeuchte bei der späteren Verwendung (= Gebrauchsfeuchte) entsprechen. Dieser Wert beträgt bei Holz im Freien ca. 18 (+/-) 6 %, bei überdeckten, offenen Bauwerken ca. 15 (+/-) 3 %, in ungeheizten Räumen ca. 12 (+/-) 3 % und in geheizten Räumen ca. 9 (+/-) 2 % Holzfeuchte.

Wenn also Rauhspund oder Hobeldielen nach DIN 4072 in geheizten Räumen verlegt werden, werden die Auswirkungen des natürlichen Quell- und Schwindverhaltens vor allem durch Fugenbildung deutlich. Wenn Rauhspund oder Hobeldielen nach DIN 4072 vor der Verlegung (um eine Fugenbildung zu vermindern) nachgetrocknet werden, z.B. durch längeres Lagern in geheizten Räumen, verziehen sie sich, weil sie vor der Bearbeitung mit der Hobelmaschine nicht auf eine passende Holzfeuchte heruntergetrocknet waren. Unsere C-Sortierung ist für geheizte Räume wegen ihrer technischen Trocknung zweifellos die bessere Wahl.

  

Massive Diele Eiche, C-Sortierung, angeschlagene Äste; rechts gedübelt, gespachtelt, geschliffen und weiß geölt.

Angeschlagene oder ausgefallene Äste müssen ausgedübelt und / oder verspachtelt werden (dafür notwendiges Werkzeug können Sie gegebenenfalls bei uns ausleihen).

Außerdem dürfen bei der C-Sortierung die Brettenden fehlerhaft sein, das heißt, schadhafte oder nicht rechtwinklig gefräste Nuten oder Federn und durchgehende Risse an den Brettenden sind zulässig. Diese Dielenenden müssen abgekappt werden. Die Stöße der gekappten Dielen sollten auf einem Lagerholz aufliegen (evtl. muss ein kurzes Stück Lagerholz unterfüttert werden), oder es müssen lose Federn in neue Nuten eingefügt werden (auch dafür können Sie notwendiges Werkzeug gegebenenfalls bei uns ausleihen).

Nicht ausgehobelte Stellen, geringfügig ausgerissene Faser oder ähnliche Fehler in der Oberfläche sind bei der C-Sortierung nur zulässig, wenn sie während des üblichen Abschleifens der Dielen vor der Endbehandlung leicht entfernt werden können.

Verlegung
Die Dielen dürfen erst unmittelbar vor der Verlegung ausgepackt werden, weil sie technisch auf ca. 10 ± 2 % getrocknet wurden. Wenn die Dielen bei hoher Luftfeuchtigkeit ohne Verpackung gelagert werden, können in der Heizperiode deutliche Fugen im Boden entstehen. Dielen der C-Sortierung müssen, verdeckt durch die Feder oder sichtbar, geschraubt oder vernagelt werden. Eine schwimmende Verlegung ist nicht möglich. In der Regel werden diese Dielenböden auf Lagerhölzern verlegt, abgesehen vom Sanierungsbereich, dort ist oftmals ein für Schrauben oder Nägel geeigneter Untergrund bereits vorhanden. Bei einem Neubau sollte der Aufbau eines schwimmenden Estrichs entfallen. Mit Dielen wird eine ausgezeichnete Wärmedämmung erreicht und mit Dämmstreifen unter den Lagerhölzern kann eine gute Trittschalldämmung bewerkstelligt werden. Außerdem verkürzt sich die Bauzeit, wenn sich die ca. sechs Wochen Trockenzeit für den Estrich erübrigen.

Endbehandlung
Dielen der C-Sortierung sind, wie alle anderen Sortierungen, vorgeschliffen und mit einer leichten Fase versehen. Wegen dem notwendigen Spachteln und eventuell nicht ausgehobelten Stellen sollten sie aber wenigstens mit einem Schleifgitter und


Einscheibenschleifmaschine vor der Endbehandlung sauber überschliffen werden. Nadelholz-Fußbodendielen können vor dem Endschliff gelaugt werden, sie werden dann grauer und dunkeln fast nicht mehr nach. Eichendielen können für eine dunkleren Farbton mit Ammoniak behandelt (geräuchert) werden. Weißes Öl bewirkt auf allen Holzböden ein ruhigeres, dezentes Erscheinungsbild und verringert die Lichtempfindlichkeit des Holzes. Ölen und Wachsen von Holzdielenböden hat sich bestens bewährt, Versiegeln bzw. Lackieren oder ein deckender Anstrich ist aber auch möglich. Eine Oberflächenbehandlung allein mit Schmierseife ist nur bei gelaugten Nadelholz-Dielen sinnvoll.
Abbildung: Eichedielen C-Sortierung, je zwei Dielen geölt, weiß geölt, leicht geräuchert und weiß geölt, geräuchert und weiß geölt.

Die Äste und Farbunterschiede der C-Sortierung-Fußbodendielen bewirken ein sehr lebhaftes Erscheinungsbild.

   

Von links nach rechts:     
Massive Dielen Lärche, C-Sortierung, ausgedübelte Äste, teilweise gespachtelt, geschliffen und geölt     
Massive Dielen Fichte, C-Sortierung, ausgedübelte Äste, teilweise gespachtelt, geschliffen und geölt, rechts weiß geölt
Massive Dielen Kiefer, C-Sortierung, unbehandelt

weiterlesen: Verlegemuster [Seite 5 von 8]



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