Sortierung

 
 3 Sortierungen Buche
Jede Holzart ist in unterschiedlichen Sortierungen erhältlich. Die Maserung und Asteinschlüsse bewirken das Erscheinungsbild. Astfreies Holz mit geringen Farbunterschieden steht in der Regel wenig zur Verfügung, diese Sortierungen sind teurer. Das ist aber nicht gleichbedeutend mit einer höheren Güte der Dielen oder des Parketts. Es ist eine Frage des Geschmacks, welche Sortierung bevorzugt wird. Die verschiedenen Sortierungen erweitern die Gestaltungsmöglichkeiten.


 
 
 
 
 
 verschiedene Sortierungen Erle
Die Gebrauchseigenschaften von den Sortierungen sind allerdings verschiedenartig, denn die Strapazierfähigkeit eines Holzbodens ist mehr von der Struktur als von dem Härtegrad des Holzes abhängig. Naturwüchsige Böden mit einer ausgeprägten Struktur sind bedeutend unempfindlicher als helle und astfreie Böden. Zum einen weil Gebrauchsspuren weniger auffallen und zum anderen weil astreiche und naturwüchsige Sortierungen auch härter als Ruhige sind.

Aber die Umgebung muss bei der Wahl der Sortierung im Vordergrund stehen. Die Sortierung - und nicht zuletzt auch die Holzart - sollte mit dem Raum und den Einrichtungsgegenständen abgestimmt werden. Denn ob sich ein Holzboden zurückhaltend in den Raum einfügt, damit die Einrichtungsgegenstände zur Geltung kommen, oder der Boden den Eindruck eines Raumes bestimmt, ist vorwiegend von der Auswahl der Sortierung abhängig.

Wir empfehlen Ihnen, eventuell direkt neben Ihren Einrichtungsgegenständen und unter den entsprechenden Lichtverhältnissen, mittels Handmustern oder Mustertafeln eine Sortierung zu wählen, denn die Auswirkungen von verschiedenartigem Lichteinfall sind bei vielen Hölzern bemerkenswert. Und die Merkmale der zahlreichen Sortierungen können durch eine Abbildung oder auf einem Monitor leider nur sehr unzureichend dargestellt werden.


Gemäß DIN 280 sollen für Eichenparkett-Sortierungsmerkmale die Bezeichnungen »Natur«, »Gestreift« und »Rustikal« verwendet werden:

Eiche »Natur«
Die Parketthölzer müssen auf der Oberseite riss- und splintfrei sein. Grobe Struktur- und Farbunterschiede sind unzulässig. Gesunde, festverwachsene Äste bis 8 mm Durchmesser sind zulässig. Schwarze Äste bis 1 mm sind zulässig, wenn sie nicht in Gruppen auftreten.

Eiche »Gestreift«
Die Parketthölzer müssen auf der Oberseite rissfrei sein. Fester Splint erwünscht, Grobe Strukturunterschiede sind unzulässig. Gesunde, festverwachsene Äste bis 10 mm Durchmesser sind zulässig.

Eiche »Rustikal«
Farbunterschiede, fester Splint, gesunde, festverwachsene Äste, Lagerflecken und lebhafte Struktur sind zulässig. Schwarze Äste bis 15 mm Durchmesser sind zulässig.

Viele Dielen- oder Parketthersteller sortieren aber außerdem nach individuellen Gesichtspunkten und benutzen zur Sortierungskennzeichnung eigene Namen, deswegen sind die Sortierungen unterschiedlicher Hersteller nur bedingt miteinander vergleichbar. Die abgebildeten Sortierungen sind daher nur beispielhaft.

Sortierung, technisch



Sortierung im Wald
Ein Baum besteht aus Wurzel, Stamm, Ästen und Blättern bzw. Nadeln. Nur der Stamm, und gelegentlich auch eine besondere Wurzel, werden von der Holzindustrie verarbeitet. Der gefällte Baum wird zunächst entastet, begutachtet und dann in verschiedene Teile, üblicherweise wie folgt, eingeteilt:

Die Stämme werden, je nach Herkunft, nach bestimmten Kriterien sortiert, gemessen oder gewogen, gekennzeichnet und dann in den Handel gebracht. In den Sägewerken werden aus dem klassifizierten Rohholz z.B. Bauholz, Balken, Bohlen, Einschnitte nach Maßgabe des Käufers oder Vorprodukte für die Hobelwerke gefertigt. Nach dem Aufschneiden der Stämme kann das Schnittholz gemäß der dann sichtbaren Merkmale sortiert werden.

Sortierung des Schnittholzes
Hochwertige Holzprodukte können nur aus sortierter, sorgfältig getrockneter Rohware bestimmter Qualität gefertigt werden. Deshalb hat die Schnittholzsortierung eine lange Tradition. Für die verschiedenen Holzarten werden - meist länderspezifische - Sortierungsbestimmungen über die allgemeine Güte (Anzahl der Äste, Wuchs, Farbe, etc.), Maßhaltigkeit, Trockenheitsgrad, Vermessung, und Durchschnittsbreiten angewendet. Das ermöglicht den holzverarbeitenden Betrieben, das jeweils für ihre Produkte am besten geeignete Schnittholz zu beziehen.

Trocknung
Die Zellhohlräume und die Zellwände von frisch gefälltem Holz sind noch mit Wasser gefüllt. Um ein Verziehen des Holzes und Fugen bzw. Spannungen nach der Verarbeitung bzw. Verlegung möglichst zu vermeiden, muss das Holz vor der Weiterverarbeitung natürlich (Freilufttrocknung) oder technisch (Kammertrocknung) getrocknet werden. Die Holzfeuchte sollte dann dem Mittelwert der Gleichgewichtsfeuchte bei der späteren Verwendung (= Gebrauchsfeuchte) entsprechen. Nach der Trocknung wird erheblich gekrümmtes, verdrehtes oder bei der Trocknung gerissenes Schnittholz aussortiert.

Sortierung im Hobelwerk
In den industriellen Hobelwerken ist gleich nach der Hobelmaschineneinheit eine Sortierstrecke installiert. Die Beschaffenheit der Hobelware wird optisch (oft mit Kameras, Computertechnik und automatischer Sortiereinheit) begutachtet und die Massivholzprofile werden sortiert und getrennt. Sortierregeln bestimmen z.B. die DIN 68126 Teil 3 oder die DIN EN 13226.

Im Allgemeinen werden aber die Anteile oder Beschränkungen von Merkmalen nach dem Ermessen der Herstellerwerke festgelegt (freie Klassen bzw. Sortierungen). Die Sortierungskriterien werden generell nur für die obere (sichtbare) Seite angewendet. An nicht sichtbaren Teilen (der Unterseite) sind alle Merkmale ohne Einschränkungen hinsichtlich Größe oder Menge zulässig, sofern sie die Festigkeit oder Haltbarkeit der Hobelware nicht beeinträchtigen.

In der Regel erfolgt erst anschließend bei Hobeldielen die Stirnendenprofilierung (rundum Nut- und Federverbindung), d.h. an den Brettenden der bereits in Längsrichtung fertig gehobelten Massivholzprofile werden mit speziellen Maschinen Nut und Feder gefräst.

Grundsätzlich dürfen bis zu 5% einer Lieferung der nächstniedrigeren Sortierklasse entsprechen, bei vereinbarter geringster Sortierung dürfen bis zu 5% der Lieferung von den Anforderungen abweichen, vorausgesetzt das Verlegen bleibt möglich.

Sortierungsbestimmungen für nordische Fichte
und Kiefer nach DIN 68126 Teil 3:

Merkmale A-Sortierung B-Sortierung
Äste unzulässig:
ausgefallene Äste über 5 mm Durchmesser
zulässig:
gesunde, festverwachsene Äste;
kleine schwarze und schwarzumrandete Äste (bis 20 mm Durchmesser), mindestens einseitig zur Hälfte verwachsen, vereinzelt kleine ausgefallene Kantenäste und kleine Beschädigungen an Kantenausbrüchen, soweit die Deckung dadurch nicht beeinträchtigt wird.
unzulässig:
ausgefallene und stärker angeschlagene Äste über 20 mm Durchmesser
Risse unzulässig:
durchgehende Risse
zulässig:
Endrisse mit einer Länge bis zum Maß der einfachen Brettbreite sowie Haarrisse
zulässig:
größere durchgehende Risse bis 300 mm Länge in Faserrichtung
Kernröhre unzulässig:
größere Kernröhre (über 4 mm breit)
zulässig:
bei 20% der Stückzahl leichte Kernröhre von maximal halber Brettlänge
zulässig
Druckholz (Buchs, Rothärte) zulässig:
Druckholz in geringem Umfang
zulässig:
soweit das Verlegen möglich ist
Drehwuchs unzulässig: sichtbarer Drehwuchs zulässig:
soweit das Verlegen möglich ist
Harzgallen zulässig:
vereinzelte Harzgallen mit einer Fläche bis zu 2,5 cm² (max. 3 Harzgallen auf 1,5 m Brettlänge)
zulässig
verkiente Stellen bei Kiefer zulässig:
leicht verkiente Stellen bei max. 10% der Stückzahl
zulässig
Rindeneinschluss unzulässig:
größerer Rindeneinschluss, der länger als die halbe Brettbreite ist.
zulässig
Insektenfraßstellen unzulässig zulässig:
vereinzelt, bis 5% der Stückzahl
Verfärbungen zulässig:
geringe Verfärbungen (bis 10% der Oberfläche) bei 10% der Stückzahl
zulässig:
Verfärbungen und feste farbige Streifen
unzulässig:
überwiegend verblaute Partien
Fäule unzulässig unzulässig
Bearbeitung maßhaltig und gut gehobelt
zulässig:
vereinzelte ausgedübelte Stellen, (es sind auch Hirnholzdübel zu verwenden), kleinere Hobelfehler (z.B. leichte raue Stellen neben Ästen), Baumkante an der unteren Nutwange eines Profilbrettes auf einer Gesamtlänge von nicht mehr als 500 mm. Die Feder darf durch die Baumkante nicht geschwächt werden.
maßhaltig und passend gehobelt
zulässig:
Hobelfehler, soweit das Verlegen möglich ist; ausgedübelte Stellen; Baumkante, soweit die Verlegung und Stabilität nicht wesentlich beeinträchtigt werden.

Sortierungsbestimmungen für Massivholz-Parkettstäbe
nach DIN EN 13226 für Eiche
Merkmale Klasse: (Kreis) Klasse: (Dreieck) Klasse: (Quadrat)
Gesunder Splint Unzulässig Zulässig Leichte Beeinträchtigungen zulässig
Gesunder Splint Unzulässig Zulässig Leichte Beeinträchtigungen zulässig
Äste, gesund und festverwachsen Zulässig, wenn: Durchmesser ?8mm Zulässig, wenn: Durchmesser ?10mm Alle Merkmale ohne Einschränkung hinsichtlich Größe oder Menge zulässig, sofern sie die Festigkeit oder Haltbarkeit des Parkettbodens nicht beeinträchtigen.
Fauläste Zulässig, wenn: Durchmesser ?1mm Zulässig, wenn: Durchmesser ?5mm
Äste, gesund und festverwachsen Zulässig, wenn: Durchmesser ?10mm Zulässig, wenn: Durchmesser ?20mm Alle Merkmale ohne Einschränkung hinsichtlich Größe oder Menge zulässig, sofern sie die Festigkeit oder Haltbarkeit des Parkettbodens nicht beeinträchtigen.
Fauläste Zulässig, wenn: Durchmesser ?3mm Zulässig, wenn: Durchmesser ?10mm
Seichte Risse Unzulässig Zulässig bis 15 mm Länge  
Seichte Risse Unzulässig Zulässig bis 15 mm Länge
Rindeneinwuchs Unzulässig Unzulässig
Rindeneinwuchs Unzulässig Unzulässig
Blitzrisse Unzulässig Unzulässig
Blitzrisse Unzulässig Unzulässig
Faserneigung Uneingeschränkt zulässig Uneingeschränkt zulässig
Faserneigung Uneingeschränkt zulässig Uneingeschränkt zulässig
Farbunterschiede Geringfügige Unterschiede zulässig Zulässig (Braunkern)
Farbunterschiede Zulässig bis 5 % der Oberseite Zulässig
Markstrahl Zulässig Zulässig
Harzgallen Unzulässig Zulässig bis 2 mm Breite und 25 mm Länge
Schädlingsbefall Unzulässig Unzulässig Unzulässig mit Ausnahme von Bläue und schwarzem Fraßgang
Schädlingsbefall Unzulässig Unzulässig Unzulässig mit Ausnahme von Bläue und schwarzem Fraßgang

Nicht sichtbare Teile:
Alle Merkmale ohne Einschränkung hinsichtlich Größe oder Menge zulässig, sofern sie die Festigkeit oder Haltbarkeit des Holzfußbodens nicht beeinträchtigen. Unabhängig von den für die Oberseite geltenden Einschränkungen ist gesunder Splint von der Rückseite bis zur Oberseite der Feder zulässig.

weiterlesen: C-Sortierung [Seite 4 von 8]



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