Anwendungen und Produkte
Naturkorkschrot und Natur-Korkstopfen
Die
Korktafeln werden nach Qualitäten sortiert und in Streifen geschnitten,
große, einwandfreie Stücke werden überwiegend für die Herstellung von
Sekt- und Weinkorken verwendet. Korken für Weinflaschen (zylindrische
Korken) werden mit Hohlmessern direkt aus den Rindenstücken gestochen,
anschließend werden sie geschliffen, gewaschen, sortiert und
beschichtet. Für die Herstellung von 1 kg Flaschenkorken werden bis zu
4 kg Korkrinde bearbeitet. Minderwertige Rindenstücke und die von der
Korkenherstellung zurückbleibenden Stücke werden in Schrotmühlen
verarbeitet und nach den verschiedenen Korngrößen (Korkmehl bis
Korkgranulat mit über 2 cm Durchmesser) sortiert und gelagert. |
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In einem Mischer werden verschiedene Korngrößen Korkschrot mit einem Bindemittel vermischt. Um einen geringen Bindemittelanteil und eine hohe Dichte zu erreichen, müssen die unterschiedlichen Granulate und eventuell Korkmehl in bestimmten Mengenverhältnissen bemessen werden. Als Bindemittel werden Harnstoff-, Melamin- und Phenol-Formaldehydharz, Polyurethanbindemittel oder Kardolharz, das aus den Schalen der Cashewnuss gewonnen wird, verwendet. Die Mischungen werden in Stahlformen gefüllt und stark verdichtet.
Nach zwei Tage langem hohem Druck und einer Temperatur von 80 - 90°C können Presskork-Blöcke entnommen werden, die, nachdem sie abgekühlt sind, zu Platten oder Paneelen mit Dicken von 2 - 10 mm aufgemessert werden. Vor der Weiterverarbeitung müssen diese Platten mindestens sechs Wochen gelagert werden, damit sich die Spannungen in den Platten abbauen können und die Maßgenauigkeit und Ebenheit der Endprodukte sichergestellt ist. Anschließend werden die Platten oder Paneele geschliffen und die gewünschten Formate ausgestanzt.
Auf manche Platten wird noch ein Presskorkfurnier aufkaschiert (geleimt) und geschliffen. Für solche Furniere werden die Stahlformen anstatt mit Granulat mit breiten Korkstreifen gefüllt und die derart gefertigten Presskork-Blöcke werden dann auf ca. 1 mm Dicke aufgemessert.
Rollkork
2 oder 3 mm dicker Rollkork ist unter allen zu verlegenden Böden zur
Erhöhung der Elastizität, der Trittschalldämmung und Wärmedämmung
geeignet. Ab 4 mm Stärke können im Bereich von punktuell auftretenden
starken Belastungen, z.B. durch schwere Möbelstücke, durch die
Komprimierbarkeit des Rollkorks bei dünnen oder weichen Bodenbelägen
Verformungen oder Kantenbeschädigungen bzw. Fugen entstehen. Deswegen
sollte dicker Rollkork nicht unter Linoleum, PVC und textilen
Bodenbelägen verlegt werden. Abgesehen von sichtbaren Eindrücken
(Stühle etc.), können die Beläge infolge der Durchwalkung zerstört
werden.Für Rollkork oder Rollen Kork wird feines Korkgranulat mit größtenteils natürlichen Bindemitteln (Bindemittelanteil ca. 8-10%) unter Hitzeeinwirkung zu einem Block gepresst. Mit einer Schälmaschine werden die einzelnen Schichten herausgeschnitten und zu Rollenware gewickelt. Die Bahnen sind jeweils 1 m breit. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt 0,060 W/mK (WLG 060), die Rohdichte ca. 230 kg/m³ und die Trittschalldämmung bis zu 19 dB bei 6 mm Stärke.
Presskork
Für viele spezielle Anwendungen, (z.B. Dichtungen, Schwimmer, große
Stopfen, Polierscheiben, -bänder und -mittel, Einlegesohlen,
Schwingungsdämpfer etc.) wird Korkmehl und Korkschrot mit Bindemitteln
und gegebenenfalls mit Füll- und Hilfsstoffen gemischt und in Formen
mit Druck und Hitze zu Presskork verarbeitet. Als Bindemittel werden
Nitrozellulose, Kunst- und Naturgummimischungen, Viskose, alle
Formaldehydharze (Harnstoffharze, Melaminharze, Phenolharze),
Naturharze und Isocyanate (Polyurethanharze) verwendet. Diese
Korkwerkstoffe sind dann den unterschiedlichen Vorgaben und
Verarbeitungstechniken bestmöglich angepasst. Sie sind jeweils
komprimierbar, elastisch, wärme- und schalldämmend, hitzebeständig,
leicht und mechanisch wiederstandsfähig.Backkork, Expansit, wärmedämmende Platten nach DIN 18161
Für die Herstellung von Backkork wird Naturkorkschrot im Druckbehälter
bei Luftabschluss mit überhitztem Wasserdampf (ca. 350° C) stark
erhitzt. Das Korkgranulat dehnt sich zu einem Mehrfachen seines
ursprünglichen Volumens aus und die im Kork enthaltenen Harze und das
Wachs (Suberin) treten aus den Korkpartikeln aus und verbinden die
Korkstücke unter Druck und Hitze zu einem Block. Durch die hohe
Temperatur färbt sich der Kork schwarzbraun, die Korkzellen vergrößern
sich und der Wärmedurchlasswiederstand wird größer.Wärmeleitfähigkeitsgruppe 045, Wasserdampfdiffusionsfaktor 5 bis 10 µ, keine Kapillarität, Rohdichte 100 bis 120 kg/m³, Druckfestigkeit 1,5 kg/cm² bei 10% Stauchung, Biegefestigkeit 1,3 bis 2 kg/cm, Brandschutzklasse B2 nach DIN 4102, entwickelt keine giftigen Gase im Brandfall, Anwendungs-Temperatur -200°C bis +120°C.
RecyclingkorkschrotRecyclingkorkschrot besteht aus gereinigten und granulierten Flaschenkorken.
Expandiertes Korkschrot, wärmedämmende SchüttungDer Naturkorkschrot wird durch Einwirkung von überhitztem Wasserdampf (ca. 350° C) bei Luftabschluss auf ein mehrfaches seines Volumens ausgedehnt. Durch die hohe Temperatur färbt sich der Kork schwarzbraun, die Korkzellen vergrößern sich und der Wärmedurchlasswiederstand wird größer.
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